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Windpark Zöschingen mit Ortsansicht von Staufen
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Windpark Zöschingen mit 13 geplanten WKA - Fotomontagen von Helmut Weber und Frank Wölfel (Zöschingen)
Windpark Zöschingen: 13 WKA mit 174,5 Metern Höhe
Die Windräder, die aufgrund des Gutachtens zur Diskussion stehen könnten, sind die drei am rechten Bildrand von Zöschingen. Dabei stehen zwei Windräder vermutlich auf Gemeindegrund und ein Windrad vermutlich auf einer Wiese des Bürgermeisters von Zöschingen. Der kürzeste Abstand vom Windrad zum ersten Haus in Zöschingen beträt ca. 900 Meter. Die Nabenhöhe beträgt bei allen Windrädern 119,5 Meter und der Rotordurchmesser liegt bei 110 Metern, so dass ein Windrad 174,5 Meter messen wird. Zum Vergleich, das Ulmer Münster hat eine Kirchturmhöhe von 161,5 Meter. Die Gemeinde würde durch den Wegfall der beiden Windräder, laut Aussage von Bürgermeister Schön in der Donauzeitung vom 9.12.2010, finanzielle Einbußen durch den Wegfall erleiden. Diese setzen sich für die Gemeinde aus entgangen Pachteinnahmen und einer eventuellen Reduzierung der Gewerbesteuereinnahme zusammen. Wobei die Pachteinnahmen für einen Verpächter vermutlich sofort Lukrativ sind. Vorausgesagte Gewerbesteuereinnahmen sind durch wirtschaftliches Handeln beeinflussbar. Laut Zeitungsbericht sollen nun zwei Windräder zur Diskussion stehen.
Es stellt sich hier die Frage, warum laut Donau-Zeitungsbericht nun nur zwei Windräder wegfallen, obgleich der Abstand zum dritten Windrad ungefähr identisch ist wie der Abstand zu den beiden anderen Windrädern (Anordnung im gleichseitigen Dreieck)? Das artenschutzrechtliche Gutachten betrachtet aber vermutlich nicht die benannte dritte Anlage.
Worin liegt die Begründung hierfür?
Augsburger Allgemeine vom 9.12.2010
ZÖSCHINGEN
Zweifel an Aussagekraft des zweiten Gutachtens
Das Thema Windkraft ist in Zöschingen nach wie vor ein heißes Eisen. In der Gemeinderatssitzung berichtete Bürgermeister Norbert Schön nun von einem Windkraft-Symposium in Augsburg, an dem er mit einigen Gemeinderäten teilgenommen hatte. Dort habe ein renommierter Gutachter erklärt, dass in Untersuchungen gezeigt werden konnte, dass große Windparks einen „Scheucheffekt“ für viele Vögel hätten. Sie würden die Windparks meiden.
Rat Andreas Mengele erklärte hierzu, dass der Gutachter im Bezug auf schnelle Greifvögel wie den Rotmilan allerdings von einer eher geringen Wirkung dieses Effektes gesprochen habe. Daneben berichtete Schön auch über den Vortrag eines Technikers, der erklärt hatte, dass eine Lärmbelastung durch Windanlagen heute nicht mehr das Thema sei. Besonders wegen der größeren Spannweite und der langsameren Rotation.
Rat Helmut Weber stellte daraufhin die Frage, ob das Thema Windkraft nun im Gemeinderat überhaupt noch ein Thema sei. Er bezweifelte vor allen Dingen die Aussagekraft des neuen Gutachtens. Denn, wie Andreas Mengele ausführte, habe auch der Gutachter auf dem Symposium erklärt, dass ein solches nur Sinn mache, wenn es in der Brutzeit erstellt werde. Diese sei, als das zweite Gutachten erstellt wurde, aber längst vorbei gewesen. Bürgermeister Schön erklärte dazu, die Entscheidung, ob das Gutachten aussagekräftig sei, liege nicht bei der Gemeinde, sondern bei der Regierung von Schwaben oder dem Landratsamt. „Da haben wir keinen Einfluss mehr drauf.“
Die angekündigte Infoveranstaltung, die nach einem Beschluss des Gemeinderats bis Ende September hätte stattfinden sollen, wird es nun nicht geben. Knackpunkt hierfür war unter anderem, dass das Landratsamt mit Hinweis auf das laufende Verfahren eine Teilnahme ausgeschlossen hatte. Bürgermeister Schön regte an, die Information der Bürger mit der Bürgerversammlung im Frühjahr zu verbinden. Dann sei die Prüfung der Unterlagen vermutlich abgeschlossen und man könne konkrete Aussagen treffen. Ein Standpunkt, den nicht alle Räte teilten.
Nach derzeitigem Stand könnte es nach Auskunft des Rathauschefs sein, dass nicht alle der 13 Windräder genehmigt werden. Zur Diskussion stehen offenbar vor allem die beiden Anlagen, die auf den gemeindlichen Grundstücken geplant sind. „Wenn wir mit all dem jetzt erreicht hätten, dass statt 13 nur zehn gebaut werden, dann wäre das nur ein Schaden. Dann hätte die Gemeinde damit nichts gewonnen“, sagte Schön in der Sitzung.
Augsburger Allgemeine vom 9.12.2010
Donauzeitung vom 27.11.2010
Windkraftdiskussion
Dieter Leippert weist Aussagen als falsch zurück
Umgehend reagierte der Bund Naturschutz (BN) auf die Pressemitteilung des Zöschinger NABU-Ortsvorsitzenden Georg Holzheu, in der BN-Kreisvorsitzender Dieter Leippert scharf angegriffen wurde. Leippert erklärte, Holzheu habe in Sachen Naturschutz viel zum Positiven bewegt. Diese unbestrittene Lebensleistung erlaube ihm jedoch nicht, andere Menschen zu beschimpfen oder durch falsche Behauptungen zu diskreditieren. Leippert verwies darauf, dass er während seiner langjährigen ehrenamtlichen Tätigkeit im BN sich niemals gescheut habe, energisch für den Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten einzutreten.
Nachdem nach Artikel 42, Absatz 2, Bayerisches Naturschutzgesetz der NABU in Bayern staatlich nicht anerkannt sei, käme den Empfehlungen des NABU-Artenschutzbeauftragten zwar keine maßgebliche Bedeutung zu. Jedoch sehe der BN-Kreisvorsitzende in den Forderungen nach Maßnahmen zur Vermeidung von Kollisionsopfern lediglich die Position des BN bestätigt. „Leider hat Herr Holzheu in unseren Pressemitteilungen anscheinend nur diejenigen Passagen gelesen, die seiner Haltung widersprachen", merkt Leippert an.
Denn hierin seien wiederholt angemessene Vermeidungs-, Minimierungs- und Kompensationsmaßnahmen zur Minimierung unnötiger Kollisionsopfer gefordert worden. Zudem sei Holzheu zugegen gewesen, als der BN die gründlichen Untersuchungen zum Artenschutz für den Windpark Zöschingen initiiert habe. BN-Regionalreferent Thomas Frey zeigte sich brüskiert über die unwahren Behauptungen von Holzheu, wonach Leippert nicht im Einklang mit der Position des BN bzw. einer Stellungnahme zur Regionalplanung aus dem Jahr 2004 argumentiere. Der Vertreter des Landesverbandes verwies darauf, dass der BN in der Stellungnahme vom 3. August 2004 den ausgewiesenen Vorranggebieten der Regionalplanung zugestimmt habe. Schriftstücke, die im Namen des BN anderslautende Aussagen träfen, seien vom BN niemals autorisiert worden. „Nachdem Herr Holzheu in seiner Pressemitteilung erklärte, dass er die Stellungnahme des BN vom Jahr 2004 akzeptiere, ist für mich die ohnehin fruchtlose Diskussion vorerst beendet", so Leippert. (pm
DZ vom 19.11.2010 BN Hr.Leippert: Darstellungen wenig konstruktiv
BN-Vorsitzender Leippert: "Darstellungen wenig kontruktiv"
BN-Kreisvorsitzender widerspricht den Zöschinger Gemeinderäten
Auf die Pressemitteilung der Zöschinger Windkraftgegner reagiert der Kreisvorsitzende des Bundes Naturschutz (BN), Dieter Leippert, mit Kopfschütteln und bezeichnet die Darstellungen in einer Pressemitteilung als wenig konstruktiv in der Sache. Bei den gesammelten Daten der Brandenburgischen Vogelschutzwarte handle es sich lediglich um eine bundesweite, zentrale Kartei, bei der Meldungen über Vogel-Totfunde gemeldet werden können.
Leippert weist darauf hin, dass derartige Datensammlungen wissenschaftlichen Ansprüchen, wenn überhaupt, nur bedingt gerecht werden können. So werde an vielen Windkraftanlagen aufgrund von Behördenauflagen oder laufenden Studien gezielt nach Kollisionsopfern gesucht, während es sich bei den gemeldeten Verkehrs- oder Vergiftungsopfern größtenteils um Zufallsfunde handle. „Eigentlich sollte es für jeden nachvollziehbar sein, dass man dort, wo man gezielt sucht, auch mehr findet", erklärte Leippert.
Jährlich sterben 10000 Rotmilane in Deutschland
Nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen könne man davon ausgehen, dass jährlich über 10000 Rotmüane in Deutschland sterben oder dauerhaft abwandern. Demgegenüber stehe die geringe Zahl von 130 Rotmilanen, die in über 20 Jahren, seit 1989, an Windenergieanla-gen in Deutschland getötet wurden, so die Pressemitteilung. Selbst unter der Annahme einer Dunkelziffer mit dem Faktor zehn sei der Anteil am Gesamtverlust verschwindend gering. Selbst der Naturschutzbund Deutschland (NABU) habe, in einer eigens angefertigten Studie im Jahr 2004 festgestellt, dass durch Windenergieanlagen keine wesentlichen Erhöhungen der Mortalitätsraten zu erwarten seien. Es sei schon beachtlich, dass die Zöschinger Ortsgruppe des NABU die Studie des eigenen Verbandes gänzlich ignoriere.
Jedes tote Tier eines zu viel
Jedoch sei jeder tote Vogel und jede tote Fledermaus, die durch angemessene Maßnahmen hätten verhindert werden können, ein Tier zu viel. Deshalb müsse der Vogel- und Fledermausschlag regelmäßig beobachtet und müssten erforderlichenfalls wirksame Vermeidungs- und Kompensationsmaßnahmen ergriffen werden. „Nur auf diese Weise gelingt uns ein verantwortungsvoller Ausbau der Windenergie. Hierzu beizutragen, rufe ich die Vogel- und Fledermausschützer des Landkreises auf', erklärte Leippert. (pm)
(Donauzeitung vom 19.11.2010)
DZ vom 02.11.2010 Leserbrief - Nicht nur Sorge um den Planeten
Nicht nur Sorge um den Planeten
Leserbrief zu „Die Kraft des Windes nutzen" (DZ vom 21. Oktober 2010):
Ich kann die Bedenken und Aussagen der im Bericht erwähnten Kämpfer für die gute Sache nicht nachvollziehen. Nach Aussagen der Befürworter der 13 Windkraftanlagen in Zöschingen ist alles im Einklang und unter Berücksichtigung des geltenden Rechts gelaufen. Und nun ist es ja auch für Windkraftanlagen so, dass diese vor dem Bau einige Prüfverfahren durchlaufen müssen. Eine davon ist eben auch die Uniweltverträglichkeit. Nach der Aussage des Herrn Honold wurde ihm durch das Landratsamt der Ersteller des ersten Gutachtens empfohlen, wenn nun ein zweites Gutachten notwendig ist, um zu einer Entscheidung der Prüfbehörde zu gelangen, so wird dies triftige Gründe haben. Ist wirklich alles im grünen Bereich, dann braucht Herr Kamm gar keinen Kampf anzukündigen, denn dann dürfte den geplanten 13 Windkraftanlagen nichts mehr im Weg stehen. Dass mit Windkraftanlagen trefflich Geld zu verdienen ist, das glaube ich gerne, denn nur aus Sorge um unseren Planeten werden Firmen wie die von Herrn Honold die Windkraftanlagen nicht errichten. Wenn dann die 13 Windkaftanlagen Zöschingen einrahmen, dann kann ja sicher auch das AKW Gundremmingen zeitnah abgeschaltet werden. Sind die Windkraftanlagen wirklich solche Heilsbringer, wie im Bericht zu lesen war, welche sogar eine regionale Wertschöpfung vor Ort darstellen, dann müssen wir uns ja bald noch Sorgen machen, dass uns andere Gemeinden die Dinger noch vor der Nase wegschnappen könnten.
Roland Gerstenberger, Zöschingen
DZ vom 23.10.2010 Leserbrief Georg Holzheu
Stellungnahme des Bundes Naturschutz übergangen
Leserbrief zu „Die Kraft des Windes nutzen" und „Söder: Ziele beim Artenschutz nicht erreicht" (DZ vom 21. Oktober):
Auf der einen Seite wünscht Soder, dass alle mithelfen beim Arten-schutz, auf der anderen Seite wird dem Naturschutz süffisant unterstellt, er ziehe immer dann gefährdete Arten aus dem Hut} wenn man damit etwas verhindern kann. Kein Mensch kann gegen regenerative Energien sein, aber die Errichtung solch großer Anlagen wie in Zöschingen sollte unter Berücksichtigung bedrohter Arten, aber nicht mit der Brechstange und über die Köpfe der Bürger hinweg vorgenommen werden. Diese Taktik kommt heute bei den Menschen nicht mehr an (siehe Stuttgart 21). Was mir übel aufstößt, ist die obrigkeitliche Verschleierungstaktik, die ungleiche Behandlung verschiedener Gemeinden durch das Landratsamt und die rigorose Art, wie die Stellungnahme des BN bei der Erstellung des Regionalplans I übergangen wurde. Hätte man damals schon darauf geachtet^ wäre vielen vieles erspart geblieben. Soll sich der Naturschutz in Zukunft doch lieber nur auf die Blümlein und Igel beschränken, die fliegen nicht so hoch! Was wir brauchen, sind doch nicht irgendwelche Vögel oder Fledermäuse, sondern überall noch mehr Windkraftanlagen, mit deren Management die Energiewirtschaft heute noch nicht klarkommt! Energiesparen und Landschaftsschutz ade!
Georg Holzheu, Zöschingen
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